Forschungszulage Report 2026: BSFZ-Zahlen und Reform
Bei der BSFZ sind seit September 2020 63.718 F&E-Vorhaben von 26.042 Unternehmen eingegangen (Stand 30.06.2026). Die Reform 2026 hebt die Bemessungsgrundlage auf 12 Mio. € an.
- 93 NOVARIS-Anträge, alle bewilligt, im Schnitt 6 Wochen bis zum Bescheid
- 63.718 beantragte F&E-Vorhaben bei der BSFZ (Stand 30.06.2026)
- 26.042 antragstellende Unternehmen seit September 2020
- Bemessungsgrundlage ab 2026: 12 Mio. €
Zahlen mit Kontext lesen
Zahlen und Details
Quelle: BSFZ Aktuelle Zahlen (bescheinigung-forschungszulage.de)
Das Wichtigste in Kürze
Seit dem Start im September 2020 haben 26.042 Unternehmen 63.718 Forschungsvorhaben bei der BSFZ eingereicht (Stand 30.06.2026; bis Ende 2025 waren es 46.418 Anträge mit 56.761 Vorhaben). Die drei häufigsten Ablehnungsgründe betreffen ein unklar erklärtes technisches Risiko, eine fehlende Abgrenzung vom Stand der Technik und Vorhaben, die nicht unter die Definition von F&E nach § 2 FZulG fallen. Die Reform 2026 hebt die Bemessungsgrundlage auf 12 Mio. € an; das ZEW schätzt das jährliche Fördervolumen danach auf rund 4 Mrd. €. Eine eigene Auswertung von 93 NOVARIS-Anträgen zeigt: alle bewilligt, im Schnitt 6 Wochen bis zum Bescheid, Rückfragen bei rund 70 %, stets zu technischem Risiko oder Neuheit. Alle Eckdaten kompakt zeigt die Seite Forschungszulage Fakten 2026.
Was zeigen 93 BSFZ-Anträge aus der NOVARIS-Praxis?
Eigene Auswertung aller von NOVARIS betreuten Anträge auf Bescheinigung, Stand 10/2026. Die BSFZ selbst veröffentlicht weder Bewilligungsquote noch Bearbeitungszeiten je Antrag.
| Kennzahl | Wert |
|---|---|
| Betreute BSFZ-Anträge | 93¹, davon 25 seit Gründung der NOVARIS Consulting GmbH 2026 |
| Betreute Unternehmen | über 50 |
| Bewilligt (positive Bescheinigung der BSFZ) | 93 von 93, also 100 % |
| Bearbeitungszeit der BSFZ, Einreichung bis Bescheid | im Schnitt 6 Wochen |
| Anträge mit Rückfrage der BSFZ | rund 70 % |
| Gegenstand der Rückfragen | in jedem Fall technisches Risiko oder Neuheit gegenüber bekannten Lösungen |
| Förderfähige Kosten je Vorhaben | im Schnitt rund 1 Mio. € |
| Geförderte Kosten je Kunde und Jahr | im Schnitt rund 1,4 Mio. € |
| Rückwirkend beantragte Wirtschaftsjahre | meist 4 |
| Finanzamt, Antrag bis Auszahlung | in der Regel rund 2 Wochen, je nach Finanzamt |
Quelle: NOVARIS-Auswertung, 93 Anträge, Stand 10/2026
Die wichtigste Erkenntnis steckt in den Rückfragen: Bei rund 70 % der Anträge fragt die BSFZ nach, und jede dieser Rückfragen betraf das technische Risiko oder die Neuheit gegenüber bekannten Lösungen, also die Kriterien aus § 2 FZulG. Wer im Antrag klar abgrenzt, worin sich das Vorhaben vom Stand der Technik unterscheidet und warum das Ergebnis offen ist, beantwortet die häufigste Rückfrage vorab. Wie eine Rückfrage beantwortet wird, zeigt die Seite BSFZ-Ablehnung und Widerspruch.
Die geförderten Kosten bilden die Bemessungsgrundlage; die Forschungszulage beträgt davon 25 %, für KMU 35 % (§ 4 Abs. 1 FZulG). Der Antrag beim Finanzamt ist erst nach Ablauf des Wirtschaftsjahres möglich, in der Praxis zusammen mit dem Jahresabschluss. Weil meist vier Wirtschaftsjahre rückwirkend beantragt werden, lohnt die Prüfung auch für Vorhaben, die längst abgeschlossen sind: Forschungszulage rückwirkend beantragen.
Wie ordnet sich der Markt für die Forschungszulage 2026 ein?
Mehr Fördervolumen trifft auf eine strengere BSFZ-Prüfung.
| Kennzahl | Wert | Quelle |
|---|---|---|
| Antragstellende Unternehmen seit 09/2020 | 26.042 (Stand 30.06.2026) | BSFZ |
| Beantragte F&E-Vorhaben seit 09/2020 | 63.718 (Stand 30.06.2026) | BSFZ |
| BSFZ-Anträge bis Ende 2025 | 46.418 mit 56.761 Vorhaben | BSFZ |
| Geschätztes Fördervolumen ab 2026 | rund 4 Mrd. € pro Jahr | ZEW |
Der Deckel der Bemessungsgrundlage ist seit 2020 von 4 Mio. € auf 12 Mio. € gestiegen, das Antragsvolumen bei der BSFZ von 46.418 Anträgen bis Ende 2025 auf 63.718 beantragte Vorhaben zum 30.06.2026. Eine nach Jahren aufgeschlüsselte Bewilligungsquote veröffentlicht die BSFZ nicht.
Wie hat sich die Forschungszulage seit 2020 entwickelt?
63.718 Vorhaben von 26.042 Unternehmen in knapp sechs Jahren, bei ungenutztem Potenzial: rund zwei Drittel der F&E-aktiven Unternehmen kennen die Forschungszulage.
| Zeitraum | Anträge | Vorhaben |
|---|---|---|
| Bis Ende 2025 | 46.418 | 56.761 |
| Stand 30.06.2026 | über 46.418 | 63.718 |
Eine nach Jahren aufgeschlüsselte Bewilligungsquote veröffentlicht die BSFZ nicht. Nach der FuE-Erhebung des Stifterverbands kennt nur rund zwei Drittel der F&E-aktiven Unternehmen die Forschungszulage überhaupt.
Quellen: BSFZ Aktuelle Zahlen, Stifterverband FuE-Erhebung 2024, ZEW Policy Brief 09/2025.
Warum werden BSFZ-Anträge abgelehnt?
Die BSFZ veröffentlicht keine Ablehnungsquote; drei Gründe erklären die meisten Ablehnungen, die NOVARIS in eigenen Mandaten sieht.
- Technisches Risiko unklar erklärt: Das Vorhaben beschreibt eine Neuentwicklung, aber nicht überzeugend, warum das Ergebnis offen ist. Die BSFZ verlangt eine klare Darstellung der offenen Forschungsfragen.
- Fehlende Abgrenzung vom Stand der Technik: Der Antrag zeigt nicht, was über das vorhandene Wissen hinausgeht. Ohne diese Abgrenzung fehlt der Nachweis der Neuheit.
- Nicht förderfähiges Vorhaben: Das Projekt fällt nicht unter die Definition von F&E nach § 2 FZulG, häufig bei reiner Softwareanpassung, Qualitätssicherung oder Marktforschung.
Alle 93 ausgewerteten BSFZ-Anträge wurden bewilligt, darunter alle 25 seit der Gründung der NOVARIS Consulting GmbH (Stand 10/2026), siehe Auswertung oben. Details zeigt die Seite Erfolge.
Wie viel Forschungszulage ergeben die Sätze von 2026 konkret?
Drei Modellrechnungen nach den aktuellen Sätzen: 25 % Fördersatz, für KMU 35 %, mit der 20-%-Pauschale für neue Vorhaben.
KMU mit kleiner F&E-Abteilung
Fünf Entwickler in Vollzeit an einem neuen Vorhaben, Beginn 2026.
Mittelständler mit eigener F&E-Abteilung
Größere Entwicklungsabteilung plus Auftragsforschung an ein Institut im EWR.
Großunternehmen, mehrere F&E-Projekte
Über 250 Mitarbeitende, kein KMU-Bonus, mehrere parallele Vorhaben.
Für die individuelle Berechnung über mehrere Jahre steht der Forschungszulage-Rechner bereit.
Was ändert die Reform 2026 an der Forschungszulage?
Der Deckel der Bemessungsgrundlage steigt zum dritten Mal seit Einführung des FZulG, zusätzlich kommt eine Gemeinkostenpauschale.
| Zeitraum | Bemessungsgrundlage | Auftragsforschung | Gemeinkostenpauschale |
|---|---|---|---|
| Ab 01.07.2020 | 4 Mio. € | 60 % | keine |
| Ab 28.03.2024 | 10 Mio. € | 70 % | keine |
| Ab 01.01.2026 | 12 Mio. € | 70 % | 20 % (nur Vorhaben mit Beginn nach dem 31.12.2025) |
Das ZEW schätzt das jährliche Fördervolumen ab 2026 auf rund 4 Mrd. € (ZEW Policy Brief 09/2025).
Was Unternehmen jetzt tun sollten
- Rückwirkend beantragen. Offen sind die Wirtschaftsjahre ab 2022, solange die vierjährige Festsetzungsfrist läuft (§ 12 FZulG i. V. m. § 169 AO); für 2022 endet sie am 31.12.2026.
- Zeiterfassung einführen. Ohne projektbezogene Zeitnachweise fehlt der Nachweis für Eigenleistungen und Personalkosten.
- KMU-Status prüfen. 35 % statt 25 % Fördersatz bedeuten bei gleicher Bemessungsgrundlage 40 % mehr Zulage.
Welche Fragen zum Report 2026 tauchen am häufigsten auf?
Was heißt das für Ihr Unternehmen?
Vier Schlussfolgerungen aus dem Report für die eigene Antragstellung.
- Der höhere Deckel ab 2026 lohnt eine rückwirkende Prüfung offener Steuerjahre, nicht nur des laufenden Vorhabens.
- Mit steigendem Antragsvolumen wird eine klar begründete Projektbeschreibung wichtiger.
- Der KMU-Status zahlt sich doppelt aus: ein höherer Fördersatz und ein größerer Anteil am wachsenden Fördervolumen.
- Die drei häufigsten Ablehnungsgründe lassen sich vermeiden: das technische Risiko konkret benennen, klar vom Stand der Technik abgrenzen und den Anwendungsbereich von § 2 FZulG vorab prüfen.
Welche Branchen nutzen die Forschungszulage?
Jede Branche ist antragsberechtigt; die BSFZ prüft das Vorhaben, nicht die Wirtschaftszweignummer.
Die Forschungszulage steht jedem in Deutschland steuerpflichtigen Unternehmen offen (§ 1 FZulG). Bescheinigt wird ein Vorhaben, das Neuheit, technisches Risiko und Systematik nachweist (§ 2 FZulG), gleich ob es aus einer Werkstatt, einem Labor oder einem Entwicklerteam kommt. Die Verteilung nach Branchen veröffentlicht die BSFZ nur als Grafik (die zehn häufigsten Wirtschaftszweige, quartalsweise aktualisiert).
| Branche | Typische F&E-Vorhaben | Leitfaden |
|---|---|---|
| Software & IT | Neuartige Algorithmen, Architekturen und Datenverarbeitungsverfahren mit offenem technischen Ergebnis; Routineprogrammierung und Anpassung bekannter Software sind keine F&E. | Forschungszulage Software & IT |
| Maschinenbau | Neuartige Kinematiken, Antriebs- und Steuerungskonzepte, Fertigungsverfahren, Versuchsträger und Prototypen. | Forschungszulage Maschinenbau |
| Pharma & Life Sciences | Wirkstoffscreening, Formulierungsentwicklung, Bioprozesse, analytische Methodenentwicklung, klinische Studien der Phase I bis III. | Forschungszulage Pharma & Life Sciences |
| Automotive & Mobilität | Neuartige Antriebs-, Batterie- und Regelungskonzepte, autonome Fahrfunktionen, Leichtbaustrukturen, Fertigungsverfahren. | Forschungszulage Automotive & Mobilität |
| Medizintechnik | Neuartige Wirkprinzipien, Regelungskonzepte, Sensorik, Algorithmen und Fertigungsverfahren für Medizinprodukte. | Forschungszulage Medizintechnik |
| Energie & Cleantech | Neuartige Zell- und Stackkonzepte, Speicherchemie, Leistungselektronik, Netzregelungsalgorithmen, Pilotanlagen. | Forschungszulage Energie & Cleantech |
| Luft- & Raumfahrt | Neuartige Antriebs-, Struktur- und Avionikkonzepte, Qualifikationsversuche, Versuchsträger. | Forschungszulage Luft- & Raumfahrt |
| Agrar & FoodTech | Neuartige Verfahren, Rezepturen, Anbausysteme und Prüfmethoden. | Forschungszulage Agrar & FoodTech |
| Bauindustrie | Neue Bauverfahren, Baustoffe, Bauteile und Bauprozesse mit vorab offener technischer Frage; Tragwerksentwicklung jenseits anerkannter Regeln der Technik. | Forschungszulage Bauindustrie |
Nicht förderfähig sind in jeder Branche Routinearbeiten: Anpassung bekannter Lösungen, Errichtung und Betrieb nach feststehendem Konzept, Marktbeobachtung, Schulung. Die Grenze zieht das Vorhaben, nicht die Branche.
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Max Nodes
Gründer und Geschäftsführer von NOVARIS Consulting. Spezialisiert auf die steuerliche Forschungsförderung (FZulG) seit 2021; 25 von 25 begleiteten BSFZ-Anträgen bewilligt (Stand 09/2026). Max Nodes