Forschungszulage-Antrag: das Beispiel der BSFZ, gut und schlecht
Die BSFZ zeigt an einem eigenen, fiktiven Vorhaben, einem KI-gesteuerten Fütterungsautomaten für Eichhörnchen, wie eine gute und eine schlechte Beschreibung aussehen: Feld für Feld, mit Zeichenlimit und mit ihrer Begründung. Wir zeigen beide Fassungen im Wortlaut und rechnen daneben vor, was aus einer Beschreibung eine Bemessungsgrundlage macht.
- Fünf Felder, je zwei Fassungen, im Wortlaut der BSFZ
- Zeichenlimits je Feld: 200, 500, 1.000 und 1.500 Zeichen
- Arbeitsplan mit elf Arbeitspaketen und Personenmonaten
Aus einer Idee wird ein Antrag
Zahlen und Details
Das Vorhaben ist von der BSFZ erfunden; die Texte darunter sind ihr Original.
Das Wichtigste in Kürze
Die BSFZ hat ihr eigenes Beispiel veröffentlicht: ein fiktives Vorhaben, ein KI-gesteuerter Fütterungsautomat für Eichhörnchen, jedes Feld einmal gut und einmal schlecht beschrieben, mit der Begründung der Prüfer. Der Unterschied liegt nie im Produkt, immer in der Beschreibung: Die gute Fassung nennt die Wissenslücke, den Stand der Technik mit seiner Grenze, das technische Risiko am Vorhaben und die Arbeitsschritte in ihrer Reihenfolge; die schlechte Fassung nennt Marktziele, Superlative und Anforderungen. Unten stehen beide Fassungen im Wortlaut, dazu der tabellarische Arbeitsplan.
Das Wichtigste zum Beispiel
Wie unterscheidet die BSFZ einen starken von einem schwachen Antrag?
An jedem Feld, im Wortlaut der BSFZ: erst die Fassung, die die Prüfer überzeugt, darunter die, die scheitert, jeweils mit der Erläuterung der BSFZ. Das Beispielvorhaben, ein KI-gesteuerter Fütterungsautomat für Eichhörnchen, ist fiktiv.
Titel des Vorhabens
KI-basierter Fütterungsautomat zur Erkennung und Fütterung einzelner Individuen von Eichhörnchen
Erläuterung der BSFZ: Aussagekräftiger Titel
Entwicklung der Futterstation TX108A
Erläuterung der BSFZ: Nicht aussagekräftiger Titel mit einem unternehmensinternen Produktnamen ohne weitere Erläuterung
Ziel des Vorhabens
Frage im Antragsportal: Was ist das Ziel Ihres Vorhabens? Welche Herausforderung oder Problemstellung soll mit dem Vorhaben gelöst bzw. welche Wissenslücke soll mit dem Vorhaben geschlossen werden?
Es soll eine KI-basierte Eichhörnchen-Fütterungsstation entwickelt werden, welche selbständig Individuen einer Population erkennt und einzelnen Tieren Spezialfutter mit Zusätzen (z. B. Vitaminen) ausgibt. Für die KI-basierte Station werden sowohl der Aufbau inkl. der Bewegungssensoren, Kameras und Steuerung neu konzipiert als auch eine neue KI-Lösung entwickelt. Zwar sind bisher erste KI-Ansätze für die Erkennung von verschiedenen Tierarten auf Bildern verfügbar, jedoch gibt es keine Lösung für die Identifizierung von einzelnen Individuen von Eichhörnchen, welche sich in ihren äußeren Merkmalen nur minimal unterscheiden. Um trotz der geringen Unterschiede eine schnelle Erkennung zu realisieren, sollen für den einstufigen und daher schnellen YOLO (You Only Look Once)-Algorithmus zur Objekterkennung Modellelemente mit neuen Funktionen und angepassten Gewichtungen und Verknüpfungen entwickelt werden. Der Fütterungsautomat verfügt sowohl über eine normale Wildtierkamera (für Tagaufnahmen) als auch über eine IR-Kamera (für Dämmerungsaufnahmen) mit Bewegungssensoren. Nach einer Bewegungsdetektion werden Bilder aufgenommen, nacheinander an einen Server übertragen und mittels Deep Learning-Algorithmen ausgewertet. Sobald das Individuum mit 90%iger Sicherheit korrekt identifiziert ist, erfolgt das Signal, den Behälter mit Spezial-Futter zu öffnen. Bei einer Genauigkeit von unter 90% käme es zu einer unerwünschten starken Fehlernährung der Tiere.
Erläuterung der BSFZ: Das anvisierte Produkt und dessen Funktionsweise sind nachvollziehbar beschrieben. Das zur Verfügung stehende Wissen und die Wissenslücke sind dargestellt. Die wesentlichen Eigenschaften des Vorhabensziels sind benannt und fachlich unterlegt. Charakteristiken des anvisierten Ziels sind dargestellt. Eine Lösungs-/Umsetzungsstrategie ist dargestellt. Verwendete Abkürzungen sind erläutert.
Eichhörnchen erfreuen sich einer immer größer werdenden Beliebtheit in Deutschland. Eichhörnchen leben vornehmlich in Wäldern mit alten Baumbeständen, halten sich aber als Kulturfolger auch immer häufiger in der Nähe von Menschen in z. B. Gärten und Parks auf, solange es dort genügend Nahrung und Unterschlupfmöglichkeiten gibt. Um die richtige Fütterung zu gewährleisten, soll in diesem Vorhaben eine Futterstation für Eichhörnchen entwickelt werden, welche die Fütterung der Wildtiere revolutionieren wird. Mithilfe von künstlicher Intelligenz (KI) sollen die Tiere mit einer Genauigkeit von 99,99 Prozent und innerhalb von 3 Sekunden identifiziert und spezifisch gefüttert werden können. Wir erhoffen, mit dem neuen Produkt unseren Marktanteil bei Futterstationen in Deutschland um 50 Prozent zu steigern.
Erläuterung der BSFZ: Es werden lediglich Anforderungen an das anvisierte Produkt aufgelistet, jedoch sind keine mit dem Vorhaben zu lösende Herausforderungen oder Problemstellungen oder eine zu schließende Wissenslücke dargelegt. Anforderungen an das Produkt bzw. angestrebte Parameter sind nicht nachvollziehbar/begründet. Die Darstellung der wirtschaftlichen Verwertungsperspektive ist nicht notwendig, da die Vermarktung dem FuE-Vorhaben nachgelagert ist. Es wird nur das Schlagwort KI genannt, ohne die zu entwickelnde KI weiter zu beschreiben.
Abgrenzung vom Stand der Technik
Frage im Antragsportal: Inwieweit hebt sich das angestrebte Produkt, Verfahren oder die Dienstleistung vom Stand der Technik ab?
Bisherige Futterstationen für Eichhörnchen funktionieren mechanisch, d.h. die Futterklappe wird durch die Tiere bei Bedarf selbst geöffnet. Für andere Tierarten gibt es bereits erste Ansätze, jedoch können mit diesen keine einzelnen Individuen voneinander unterschieden werden, sondern lediglich verschiedene Tierarten. Ebenso unterscheidet sich die Kombination aus den Bewegungssensoren, der Art der Fütterungsstation und der KI-basierten Steuerung von bisherigen Lösungen.
Erläuterung der BSFZ: Eine nachvollziehbare Abgrenzung vom Stand der Technik ist gegeben.
Die Eichhörnchenfütterungsstation TX108A ist hoch innovativ und setzt neue Maßstäbe für alle, da dadurch nicht nur unser Produkt TX107 stark verbessert wird, sondern auch alle anderen Anbieter in den Schatten gestellt werden. Das Füttern von Eichhörnchen soll maximal automatisiert und optimiert werden für ein noch nie dagewesenes Fütterungserlebnis.
Erläuterung der BSFZ: Eine Abgrenzung zum Stand der Technik ist nicht konkret beschrieben. Eine inhaltliche Abgrenzung zu unternehmenseigenen Produkten sowie zu routinemäßigen Entwicklungsleistungen ist nicht gegeben, da das Vorgängerprodukt und das anvisierte neue Produkt nicht konkret beschrieben sind.
Beschreibung aller Arbeiten
Frage im Antragsportal: Welche Arbeiten werden durchgeführt, um der zuvor benannten Herausforderung oder Problemstellung zu begegnen bzw. um die Wissenslücke zu schließen?
Nach Konzeption und Aufbau der Fütterungsstation werden erste Testbilder von Eichhörnchen mit der Wildtierkamera und der IR-Kamera aufgenommen. Auf dieser Basis werden die Sensoren und relevante Parameter (Beleuchtungszeit, Auflösung) optimiert. Anschließend werden rund 1.000 Bilder von ca. 50 Eichhörnchen aufgenommen und annotiert. Parallel werden YOLO-Modellelemente zur Erkennung der Eichhörnchen entwickelt, sodass nach Aufnahme der Testdaten das Modell trainiert und validiert werden kann. Identifiziert werden sollen die Tiere anhand von Merkmalen des Kopfs (Ohren, Nase, Mund, Fellfarbe, Tasthaare). Nach Abschluss der Validierungen wird der Algorithmus mit Live-Aufnahmen beider Kameras getestet und bzgl. der Gewichtung einzelner Merkmale des Kopfs angepasst. Abschließend wird die gesamte Station unter verschiedenen Witterungs- und Lichtverhältnissen getestet, wobei Station (Ausrichtung Sensoren) und Algorithmus (Gewichtung Merkmale) an unterschiedliche Bedingungen angepasst werden.
Erläuterung der BSFZ: FuE-Tätigkeiten sind detailliert und systematisch aufgeschlüsselt. Die Arbeitsschritte bauen aufeinander auf. Die verwendete Methodik/Vorgehensweise sowie auch fachliche Hintergründe sind konkret beschrieben. Testparameter sind aufgeschlüsselt. Abschluss des Vorhabens ist konkret beschrieben.
Im Projektverlauf werden zunächst die Anforderungen an den Fütterungsautomat erforscht. Auf dieser Basis wird der Fütterungsautomat anschließend entwickelt, getestet und überarbeitet. Dabei wird auf agile Methoden zurückgegriffen. Die Station ist mit einer Vielzahl von brandneuen, ultramodernen Sensoren ausgestattet, die Daten über Eichhörnchen erfassen und an die zukunftsweisende KI-Software übermitteln. Die KI-Software passt dann die Fütterung an die Eichhörnchen an. Auf diese Weise können die Betreiber der Station ihre Zeit und Ressourcen auf andere wichtige Aufgaben konzentrieren. Diese Technik hebt das Füttern auf eine ganz neue Stufe.
Erläuterung der BSFZ: Das anvisierte Produkt und dessen Charakteristiken sowie Lösungsansätze sind fachlich / wissenschaftlich-technisch nicht in angemessener Tiefe beschrieben. Es werden zahlreiche für die Bewertung überflüssige Formulierungen und Adjektive aus dem Marketing verwendet.
Wissenschaftliche, technische, methodische Risiken
Frage im Antragsportal: Welche wissenschaftlichen, technischen und/oder methodischen Unsicherheiten bestehen bei der Bearbeitung der Herausforderung oder Problemstellung bzw. woran könnte der Ansatz zum Schließen der Wissenslücke scheitern?
Das größte Risiko besteht darin, dass die KI anhand nur weniger Bilder, die Eichhörnchen nicht in der geforderten Geschwindigkeit und Genauigkeit identifizieren kann. Gründe hierfür sind, dass sich die einzelnen Tiere in ihren äußeren Merkmalen nur minimal differenzieren, sich entscheidende Merkmale (z. B. Fell und Ohrenpinsel) jahreszeitabhängig und im Laufe des Lebens verändern und sich das Eichhörnchen nicht immer frontal vor der Kamera positioniert. Daher ist nicht absehbar, ob die Bildqualität ausreichen wird, um die einzelnen Tiere eindeutig voneinander zu unterscheiden. Weiterhin fehlen bei den Nachtinfrarotaufnahmen wichtige Farbinformationen zur Unterscheidung. Zudem ist der Zeitfaktor relevant, da die Wildtiere nur sehr kurz am selben Ort verweilen und daher das System unter 5 s funktionieren muss.
Erläuterung der BSFZ: Herausforderungen sind konkret beschrieben und begründet. Mögliche Probleme bei der Umsetzung sind konkret dargestellt und anhand der Vorhabeninhalte nachvollziehbar.
Ein potentielles Risiko ist, dass die KI nicht den Anforderungen (Genauigkeit 99% und Geschwindigkeit < 3 Sekunden) entspricht und möglicherweise das Eichhörnchen nicht korrekt zugeordnet, wodurch das Tier das falsche Futter erhalten würde. Weiterhin dauert das Anlernen auf einer CPU lange und die Datenqualität/-quantität ist evtl. nicht ausreichend. Kann keine KI-Nullfehlertoleranz für Bleu-Score, Perplexity und Area Over Curve erreicht werden, ist das Projekt gescheitert. Auch könnte es sein, dass die Futterstation nicht funktioniert, weil die Kameras nicht regelmäßig gewartet und kalibriert werden, wodurch sie keine zuverlässigen Daten liefern. Darüber hinaus müssen die Betreiber der Station auch in der Lage sein, schnell auf Probleme zu reagieren und das System ggf. manuell zu steuern.
Erläuterung der BSFZ: Die reine Aufzählung von Anforderungen, die möglicherweise nicht erreicht werden können, ohne einen erkennbaren Zusammenhang zum adressierten Problem, zu den eingesetzten Komponenten oder der Lösungsansätze sind für die Bewertung nicht ausreichend. Herausforderungen weisen keinen Bezug zu konkreten Vorhabeninhalten auf. Es gibt fachlich unkorrekte Aussagen. Risiken, die nach dem Abschluss des FuE-Vorhabens auftreten können, werden für die Risikobewertung nicht herangezogen.
Der Unterschied ist in allen fünf Feldern derselbe: die starke Fassung beschreibt den Weg und das offene Problem, die schwache das fertige Produkt. Die BSFZ prüft nach § 2 FZulG die Neuheit, das technische Risiko und das systematische Vorgehen: alle drei sind Eigenschaften des Vorgehens, nicht des Ergebnisses.
Woran erkennt die BSFZ eine überzeugende Projektbeschreibung?
An der Konkretheit, nicht am Umfang. Die Tabelle stellt schwache und starke Formulierung für die drei Kriterien nebeneinander; das Beispiel der BSFZ oben zeigt es an einem ganzen Antrag.
| Kriterium | Schwach formuliert | Stark formuliert |
|---|---|---|
| Neuheit | nicht „Wir entwickeln eine innovative Software.“ Kein Stand der Technik, keine Abgrenzung. | erfüllt Bestehende Lösungen benötigen gelabelte Trainingsdaten. Das Beispielunternehmen erkennt Anomalien ohne gelabelte Daten, ein Ansatz jenseits des Stands der Technik. |
| Technisches Risiko | nicht „Die Umsetzung ist anspruchsvoll.“ Kein konkretes Risiko benannt. | erfüllt Offen ist, ob das Modell bei unterschiedlichen Maschinen und Sensortypen generalisiert. Das ist ein ungelöstes Problem. |
| Systematik | nicht „Wir arbeiten strukturiert.“ Keine Arbeitsschritte genannt. | erfüllt Vier Schritte: Literaturrecherche, Modellentwicklung, Evaluation mit drei Pilotkunden, iterative Optimierung, dokumentiert im Forschungstagebuch. |
Warum die starke Fassung trägt
- Der Stand der Technik ist benannt, nicht nur behauptet: bestehende Lösungen und ihre Grenze.
- Das technische Risiko ist konkret: woran das Vorhaben scheitern konnte.
- Der Forschungsplan zeigt Schritte statt eines Etiketts wie „strukturiert“.
- Das Ergebnis bleibt offen; die Beschreibung endet nicht mit dem fertigen Produkt.
Wie sieht der tabellarische Arbeitsplan im Beispiel der BSFZ aus?
Elf Arbeitspakete, jedes mit Zeitraum, Personenmonaten und dem, der es ausführt. Die Auftragnehmer stehen bei jedem Paket, an dem sie mitwirken.
Tabellarischer Arbeitsplan
Für jedes Vorhaben ist verpflichtend ein tabellarischer Arbeitsplan mit Angabe des personellen Aufwands einzureichen. Beinhaltet das Vorhaben in Auftrag gegebene Tätigkeiten, muss im Arbeitsplan angegeben werden, an welchen Arbeitspaketen der/die Auftragnehmer mitwirken. Hierzu muss die Vorlage im Antragsportal verwendet werden.
| Arbeitspaket | Zeitraum | Angestelltes Personal (PM) | Durchführung durch |
|---|---|---|---|
| Konzeption und Aufbau eines Fütterungsautomaten mit Kameras und Bewegungssensoren | 04.2024 – 07.2024 | 4 PM | Musterunternehmen GmbH; Auftragnehmer: Musterdienstleistungs GbR |
| Aufnahme von Testbildern von Eichhörnchen mit einer IR- und normalen Wildtierkamera | 07.2024 – 08.2024 | 2 PM | Musterunternehmen GmbH |
| Anpassung der Ausrichtung der Sensoren und Parameter (Beleuchtungszeit, Auflösung) für die Aufnahmen | 08.2024 – 10.2024 | 2 PM | Musterunternehmen GmbH |
| Aufnahme von 1.000 Bildern von 50 verschiedenen Eichhörnchen mit IR- und normaler Wildtierkamera | 10.2024 – 12.2024 | 3 PM | Musterunternehmen GmbH |
| Bildannotation (Zuordnung der einzelnen Eichhörnchen auf den Bildern) | 10.2024 – 12.2024 | 3 PM | Musterunternehmen GmbH |
| Entwicklung YOLO-Modellelemente für Eichhörnchen-Erkennung, Implementierung: PyTorch & YOLO Package | 07.2024 – 12.2024 | 4 PM | Musterunternehmen GmbH; Auftragnehmer: Muster-Server GmbH |
| Datenaufbereitung, Training und Validierung des Modells zur Identifizierung von Eichhörnchen | 01.2025 – 04.2025 | 3 PM | Musterunternehmen GmbH; Auftragnehmer: Muster-Server GmbH |
| Test des Algorithmus mit Live-Aufnahmen der IR- und Wildtierkamera | 05.2025 – 07.2025 | 2 PM | Musterunternehmen GmbH; Auftragnehmer: Muster-Server GmbH |
| Anpassung des Algorithmus bzgl. der Gewichtung einzelner Merkmale des Kopfs | 05.2025 – 07.2025 | 2 PM | Musterunternehmen GmbH |
| Test der gesamten KI-basierten Fütterungsstation unter verschiedenen Bedingungen (Wetter, Tag/Nacht) | 07.2025 – 08.2025 | 2 PM | Musterunternehmen GmbH; Auftragnehmer: Musterdienstleistungs GbR |
| Anpassung der Station und des Algorithmus an verschiedene Witterungs- und Lichtverhältnisse | 08.2025 – 12.2025 | 2 PM | Musterunternehmen GmbH; Auftragnehmer: Musterdienstleistungs GbR |
- Die Arbeitspakete sind aussagekräftig, bauen aufeinander auf und nehmen direkten Bezug zur Beschreibung der Arbeiten.
- Es werden ausschließlich gängige bzw. zuvor eingeführte Abkürzungen verwendet.
- Es ist ein systematisches Vorgehen mit einer nachvollziehbaren Methodik/Lösungsstrategie erkennbar.
- Der personelle Aufwand wird für jedes Arbeitspaket angegeben und ist jeweils im Kontext der durchgeführten Arbeiten nachvollziehbar und plausibel.
- Die Auftragnehmer werden in sämtlichen Arbeitspaketen aufgeführt, an deren Umsetzung sie beteiligt sind.
Wie wird aus der Projektbeschreibung eine Bemessungsgrundlage?
Aus Personalkosten, dem anteiligen Geschäftsführergehalt und der Auftragsforschung, nicht aus einer Schätzung. Das Beispiel rechnet mit beispielhaften Positionen.
Das Beispielunternehmen beschäftigt vier Entwickler mit je 65.000 € Arbeitgeberbrutto und einem F&E-Anteil von 70 %. Der angestellte Geschäftsführer bringt zusätzlich 46 % seiner Arbeitszeit ins Vorhaben ein; sein Gehalt zählt als Personalkosten nach § 3 Abs. 1 FZulG, nicht als Eigenleistung. Eigenleistungen mit 100 € je Stunde stehen ausschließlich Einzelunternehmern und Mitunternehmern zu.
| Kostenart | Berechnung | Betrag |
|---|---|---|
| Personalkosten Entwickler | 4 × 65.000 € Arbeitgeberbrutto, 70 % F&E-Anteil | 182.000 € |
| Personalkosten Geschäftsführer | 200.000 € Arbeitgeberbrutto, 46 % F&E-Anteil | 92.000 € |
| Auftragsforschung | 40.000 € Auftragsvolumen, 70 % anrechenbar | 28.000 € |
| Bemessungsgrundlage | Summe | 302.000 € |
| Forschungszulage | 35 % KMU-Satz | 105.700 € |
Welche Fehler machen aus dem starken Beispiel einen abgelehnten Antrag?
Selten scheitert das Projekt, meist die Darstellung oder eine Frist. Diese fünf Fehler sehen wir am häufigsten, und die schlechte Fassung der BSFZ oben zeigt die meisten davon.
- Vage Beschreibung: „Wir entwickeln eine neue Software“ ersetzt weder den Stand der Technik noch das technische Risiko.
- Ergebnis statt Weg: Die Beschreibung nennt nur das fertige Produkt. Die BSFZ bewertet den Weg dorthin, nicht das Ergebnis.
- Personalkosten falsch zugeordnet: Das Geschäftsführergehalt zählt nach § 3 Abs. 1 FZulG als Personalkosten, nicht als Eigenleistung; wer es falsch einträgt, riskiert eine Kürzung.
- Auftragsforschung überzogen: Nur 70 % des Auftragsvolumens sind anrechenbar. Wer 100 % ansetzt, erhält eine Kürzung.
- Fehlende Zeiterfassung: Ohne Stundennachweise kann das Finanzamt den F&E-Anteil kürzen. Die Zeiterfassung beginnt vor dem Projektstart, nicht danach.
Welche Fragen tauchen zum Antrag-Beispiel am häufigsten auf?
Projektbeschreibung vor der Einreichung gegenlesen lassen
Im Erstgespräch prüfen wir, ob Ihre Projektbeschreibung die drei Kriterien nach § 2 FZulG trägt, und zeigen, wo sie noch zu vage ist. Erfolgsbasiert, ohne Vorabkosten.
Erstgespräch buchenWeiterlesen
- Forschungszulage beantragen: Schritt für SchrittBSFZ-Antrag und Antrag auf Forschungszulage im Ablauf, mit Fristen und Unterlagen.
- Bemessungsgrundlage berechnenWie Personalkosten, Eigenleistungen und Auftragsforschung zusammen die Bemessungsgrundlage ergeben.
- EigenleistungenWer 100 € je Stunde ansetzen darf und wer nicht.
- AuftragsforschungWelche 70 % eines Auftragsvolumens förderfähig sind.
- BSFZ-Portal: AnleitungRegistrierung, Formularfelder und Einreichung Schritt für Schritt.
- Forschungszulage-RechnerBemessungsgrundlage und Zulage aus Ihren Personalkosten berechnen.
Max Nodes
Gründer und Geschäftsführer von NOVARIS Consulting. Spezialisiert auf die steuerliche Forschungsförderung (FZulG) seit 2021; 25 von 25 begleiteten BSFZ-Anträgen bewilligt (Stand 09/2026). Max Nodes