Zeiterfassung Forschungszulage: der Stundennachweis, der eine Prüfung übersteht
Das Finanzamt erkennt nur eine Zeiterfassung an, die jede Stunde einem bei der BSFZ bescheinigten Vorhaben zuordnet, tagesgenau oder wöchentlich geführt und klar von Routinearbeit getrennt. Nachträglich erstellte Stundenzettel prüft es besonders kritisch.
- Tagesgenau oder wöchentlich, keine Monatsschätzung
- Jede Stunde einem bescheinigten Vorhaben zugeordnet
- Aufbewahrung GoBD-konform: Buchungsbelege 8 Jahre, sonstige Unterlagen 6 Jahre (§ 147 AO)
Vom Arbeitstag zum Projektnachweis
Zahlen und Details
Beispielwoche, keine echten Projektdaten.
Das Wichtigste in Kürze
Die Zeiterfassung belegt, dass Personalkosten tatsächlich auf ein bescheinigtes F&E-Vorhaben entfallen (§ 3 Abs. 1 FZulG). Jede Stunde muss einem konkreten Vorhaben zugeordnet, tagesgenau oder wöchentlich erfasst und klar von Routinearbeit getrennt sein. Ohne diesen Nachweis kürzt das Finanzamt die Bemessungsgrundlage oder lehnt den Antrag ab.
Das Wichtigste zur Zeiterfassung
Wie übernimmt NOVARIS die Zeiterfassung?
Sie liefern Gehaltsdaten und Zeitanteile, NOVARIS baut daraus den prüfungsfesten Stundennachweis je Vorhaben.
Gehaltsdaten liefern
Sie stellen die Gehaltsdaten inklusive Arbeitgeber-Nebenkosten je Mitarbeitendem bereit.
SieAbwesenheiten liefern
Sie melden Urlaubs-, Krankheits- und Feiertage je Mitarbeitendem.
SieF&E-Zeitanteil einschätzen
Sie geben eine erste Einschätzung des F&E-Zeitanteils je Mitarbeitendem ab.
SieStundennachweis aufbauen
NOVARIS baut daraus den Stundennachweis je Vorhaben.
NOVARISArbeitspaketen zuordnen
NOVARIS ordnet die Stunden den Arbeitspaketen zu und bereitet sie prüfungsfest auf.
NOVARISUnterschreiben
Die Nachweise werden ausgedruckt und unterschrieben. An Urlaubs-, Krankheits- und Feiertagen werden keine Stunden angesetzt.
Sie, NOVARIS
Was muss der Stundennachweis enthalten?
Ein prüfungsfester Nachweis enthält sechs Angaben: Datum, Vorhaben, Tätigkeit, Dauer, Abgrenzung zur Routine und eine Bestätigung.
| Feld | Anforderung |
|---|---|
| Datum | Tagesgenau oder je Kalenderwoche, erfasst am Tag der Arbeit, nicht rückwirkend. |
| Vorhaben | Name identisch mit dem bei der BSFZ eingereichten und bescheinigten Projekt. |
| Tätigkeit | Kurzbeschreibung, die F&E eindeutig von Routinearbeit unterscheidet. |
| Dauer | Stunden je Vorhaben in Zahlen, keine Prozentschätzung der Arbeitszeit. |
| Abgrenzung | Eigene Zeile für Vertrieb, Verwaltung und Support, getrennt von F&E. |
| Bestätigung | Unterschrift oder digitale Freigabe durch Mitarbeiter und Projektleiter. |
Welche Erfassungsmethode taugt, welche nicht?
Drei Methoden sind in der Praxis üblich, nur eine gilt beim Finanzamt als Goldstandard.
| Methode | Genauigkeit | Akzeptanz beim Finanzamt | Aufwand |
|---|---|---|---|
| Projektbezogene Stundenerfassung | erfüllt hoch, jede Stunde einem Projekt zugeordnet | erfüllt sehr gut, der Goldstandard | mittel bis hoch |
| Schätzverfahren mit Plausibilisierung | teilweise mittel, Pauschalquote je Mitarbeiter | teilweise akzeptabel mit Belegen wie Meilensteinberichten | gering bis mittel |
| Nachträgliche Rekonstruktion | teilweise abhängig von der Quellenlage | teilweise möglich, aber besonders kritisch geprüft | hoch |
| Reine Monatsangabe ohne Projektbezug | nicht zu ungenau | nicht gilt als unzureichend | gering |
- Projektpläne und Meilensteinberichte
- E-Mail-Verläufe und Kalendereinträge
- Git-Commits, Jira- oder Confluence-Tickets
- Reisekostenabrechnungen zu Projektterminen
- Eidesstattliche Erklärungen der beteiligten Mitarbeiter
Diese Quellen tragen eine nachträgliche Rekonstruktion, ersetzen aber keine laufende Zeiterfassung.
Welche Fehler machen die Zeiterfassung wertlos?
Vier Fehler kosten in der Praxis die Anerkennung, teilweise oder vollständig.
- Keine Trennung von F&E und Routine: Wer Gesamtarbeitszeit ohne Abgrenzung erfasst, liefert keinen Nachweis. Ein Entwickler, der an einem neuen Algorithmus und an Bugfixes im laufenden Betrieb arbeitet, muss beides getrennt dokumentieren.
- Nur monatliche Erfassung: „Im Januar rund 80 Stunden an Projekt X“ gilt als zu ungenau. Je gröber die Erfassung, desto eher stellt das Finanzamt die Plausibilität infrage.
- Keine Zuordnung zum einzelnen Vorhaben: Eine pauschale Kategorie wie „F&E“ statt des bescheinigten Projektnamens genügt nicht. Die Zeiterfassung muss auf die bei der BSFZ eingereichten Vorhaben herunterbrechen.
- Nachträglich erstellte Zeiterfassung: Eine rückwirkend angepasste Stundenaufzeichnung kann das Finanzamt als Steuerhinterziehung werten, mit Nachzahlung, Zinsen und strafrechtlichen Folgen.
Teilzeitkräfte, Werkstudenten, Auszubildende und befristet Beschäftigte sind ebenso förderfähig wie Vollzeitkräfte, sobald sie in einem bescheinigten Vorhaben arbeiten. Viele Unternehmen vergessen, für sie dieselbe projektbezogene Zeiterfassung zu führen.
Wessen Zeit zählt, und wie wird sie zum Nachweis?
Die Zeiterfassung sichert zwei unterschiedliche Ansprüche: den Zeitanteil der Personalkosten und, bei Einzel- und Mitunternehmern, die Eigenleistung.
| Person | Zählt als | Rechtsgrundlage |
|---|---|---|
| Angestellte im Vorhaben | Zeitanteil der Personalkosten (Arbeitgeberbrutto) | § 3 Abs. 1 FZulG |
| Einzelunternehmer, Mitunternehmer | 100 € je nachgewiesener Stunde, höchstens 40 Std./Woche | § 3 Abs. 3 FZulG |
| GmbH-Gesellschafter, Geschäftsführer | nur über Gehalt und Anstellungsvertrag als Personalkosten | § 3 Abs. 1 FZulG |
Die Grenze verläuft an der Rechtsform, nicht am Gehalt. Ein GmbH-Geschäftsführer hat auch ohne Bezüge keinen Zugang zur Eigenleistungsregelung. Details dazu: Eigenleistungen bei der Forschungszulage.
Welche Fragen tauchen zur Zeiterfassung am häufigsten auf?
Wie lange und wie müssen die Nachweise aufbewahrt werden?
Zeiterfassungsnachweise sind GoBD-konform aufzubewahren: Buchungsbelege acht Jahre, sonstige Unterlagen sechs Jahre (§ 147 AO). Solange die Festsetzungsfrist des Jahres läuft, endet die Aufbewahrungsfrist nicht (§ 147 Abs. 3 AO).
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Max Nodes
Gründer und Geschäftsführer von NOVARIS Consulting. Spezialisiert auf die steuerliche Forschungsförderung (FZulG) seit 2021; 25 von 25 begleiteten BSFZ-Anträgen bewilligt (Stand 09/2026). Max Nodes